Die wichtigsten IT-Trends 2011
Cloud Computing, Tablet-PC, Social Media - der Branchenverband Bitkom hat sich auf die Suche nach den IT-Trends des Jahres 2011 gemacht. Die wichtigsten Themen im Überblick – und wie Unternehmen von den Technologien profitieren.
Platz 1: Cloud Computing (62 Prozent)
Wie im Vorjahr liegt Cloud Computing auf Platz eins der wichtigsten IT-Themen. Beim Cloud Computing erfolgt die Nutzung von IT-Leistungen in Echtzeit über Datennetze (in der "Wolke") anstatt auf lokalen Rechnern. Die Technologie wird sich laut Bitkom innerhalb weniger Jahre zu einem Milliarden-Markt mit einer hohen standortpolitischen Bedeutung für die deutsche Wirtschaft entwickeln.
"IT-Anwender erhöhen durch den Einsatz von Cloud Computing ihre Effizienz und steigern damit ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit", so Bitkom-Präsident Scheer. "Gleichzeitig ist die Technologie eine Herausforderung für die mittelständischen Anbieter von Software und IT-Services. Sie müssen ihr Produkte und Dienste entsprechend anpassen."
Nach einer Studie der Experton Group für den Bitkom wird der Umsatz mit Cloud Computing in Deutschland von 1,9 Milliarden Euro im Jahr 2011 auf 8,2 Milliarden Euro im Jahr 2015 steigen. Das Umsatzwachstum liegt bei durchschnittlich 48 Prozent pro Jahr. In fünf Jahren werden etwa 10 Prozent der gesamten IT-Ausgaben auf diese Technologie entfallen. Cloud Computing ist auch das Leitthema der Cebit 2011, die vom 2. bis 6. März in Hannover stattfindet.
Platz 2: Mobile Applikationen (43 Prozent)
Neben Smartphones werden sich Tablet-PCs im Massenmarkt durchsetzen. Bei den Tablets gibt es aktuell eine Flut neuer Geräte, die Apples iPad folgen, wie zuletzt auf der Consumer Electronics Show zu beobachten war. Mit der steigenden Verbreitung mobiler Geräte werden viele stationäre Anwendungen auch unterwegs genutzt.
Dies wiederum stimuliert die Entwicklung von Apps und mobilen Websiten. Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland bereits rund 750 Millionen Apps auf Smartphones und Tablet-PCs geladen. Zusätzlich zu überwiegend privat genutzten Spielen, Fahrplandiensten oder E-Books werden verstärkt mobile Anwendungen für den Einsatz in Unternehmen entwickelt. "Die neuen Firmen-Apps und mobile Websiten werden es den Mitarbeitern ermöglichen, von beliebigen Orten auf Anwendungen ihres Unternehmens zuzugreifen", so Scheer.
Platz 3: IT-Sicherheit (38 Prozent)
Im vergangenen Jahr standen die Themen Datensicherheit und Datenschutz häufig im Fokus der Öffentlichkeit etwa im Zusammenhang mit dem Wurm Stuxnet oder in der Debatte um Google Street View. "Auch im laufenden Jahr bleiben Sicherheitsfragen auf der Agenda ganz oben", sagte Bitkom-Präsident Scheer.
Platz 4: Virtualisierung (37 Prozent)
Virtualisierung ermöglicht den parallelen Betrieb mehrerer Betriebssysteme auf der gleichen Hardware. Mit der Technologie können Unternehmen die Zahl ihrer Server verringern, die Flexibilität ihrer IT-Systeme erhöhen sowie Kosten sparen.
Ein realer Server kann von mehreren virtuellen Servern gemeinsam genutzt werden. Das erhöht die Auslastung deutlich, Einsparungen von über 50 Prozent beim Energieverbrauch sind möglich. Auch bei Computern am Arbeitsplatz geht der Trend zu schlankeren Rechnern, wobei Anwendungen häufig zentral auf virtualisierten Servern laufen. So können Mitarbeiter unabhängig von Arbeitsplatz und Endgerät auf ihre Daten und Anwendungen zugreifen. Dieser Markt wird in Deutschland laut Bitkom im Jahr 2011 um 13 Prozent wachsen.
Neben technischen Sicherheitslösungen rückt dabei die Abwehr des "Social Engineering" in den Fokus. Dabei versuchen sich Internetkriminelle Zugang zu sensiblen Informationen zu verschaffen, indem sie Mitarbeiter unter Druck setzen oder ihre Hilfsbereitschaft ausnutzen. In der Datenschutzdebatte wird es im Jahr 2011 zunehmend um die Frage gehen, wie Internethändler und soziale Online-Netzwerke mit persönlichen Daten umgehen.
Platz 5: Social Media in Organisationen (24 Prozent)
Der Branchenverband Bitkom hat Unternehmen der IT-Branche nach den wichtigsten Trends des Jahres 2011 befragt. Das Thema Social Media nannten 24 Prozent der Anbieter als bestimmenden Technologietrend. Vor einem Jahr waren es erst 12 Prozent.
Soziale Netzwerke wie Facebook oder Xing werden für die Unternehmenskommunikation immer wichtiger. Sie erleichtern die direkte Interaktion mit Kunden, potenziellen Mitarbeitern oder anderen Interessengruppen. Mit Twitter ist zudem ein Nachrichtenmedium entstanden, das einen schnellen, direkten Austausch mit einzelnen Zielgruppen ermöglicht.
Im Unternehmen selbst werden Social-Media-Technologien verstärkt unter dem Stichwort Enterprise 2.0 eingesetzt. Firmeninterne Blogs, Wikis und Foren ermöglichen es den Mitarbeitern, bequem Erfahrungen, Meinungen und Wissen auszutauschen. "Organisationen müssen für die Social-Media-Nutzung die technischen und organisatorischen Voraussetzungen schaffen", sagte Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer. "Statt einseitiger Kommunikation mittels Werbung oder Mitarbeiterzeitschriften wird der persönliche Austausch über das Internet immer wichtiger."
Quelle: Computerwoche







Drucken
Empfehlen